Ausführliche Forschungsskizze

Solidarische Landwirtschaft als Alternative zu kapitalistischer Warenproduktion? Eine Untersuchung am Beispiel der ‚Kooperative GartenCoop Freiburg‘ im Kontext von Postwachstum, Solidarischer Ökonomie, Commons und Demonetarisierung

Stand: 22.06.2018 (Die Forschungsskizze als PDF)

Zusammenfassung

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Praxis der Solidarischen Landwirtschaft sowie damit verbundene, aktuelle Debatten über Postwachstum, Solidarische Ökonomie, Commons und Demonetarisierung. Im Zuge sich zuspitzender sozial-ökologischer und wirtschaftlicher Krisen des gegenwärtigen Akkumulationsregimes erfahren diese als gesellschaftliche Utopien wachsende Aufmerksamkeit. Die Zahl von Agrarbetrieben, die nach dem Prinzip der „Solidarischen Landwirt-schaft“ arbeiten, ist in den letzten 15 Jahren rasant angestiegen. In dem Forschungsvorhaben soll die Solidarische Landwirtschaft sowohl als theoretisches Konzept als auch in Form seiner alltags-praktischen Umsetzung als politisches Projekt mittels ethnografischer Erhebungen untersucht werden. Ziel der ethnografischen Forschung ist es, Erfahrungen und Herausforderungen sowie Strategien der Konflikt- und Problembewältigung in der praktischen Umsetzung einer Solidarischen Landwirtschaft sichtbar und für andere Projekte nutzbar zu machen. Darauf aufbauend sollen die transformatorischen Potentiale und Perspektiven der Solidarischen Landwirtschaft als Alternative zu den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion hinterfragt und kritisch bilanziert werden.

Hypothesen und zentrale Fragen der Arbeit

In dem Vorhaben, die Theorie und Praxis der Solidarischen Landwirtschaft auf Potenziale und Probleme zu untersuchen, werden folgende Hypothesen überprüft: Erstens, das Konzept der Soli-darischen Landwirtschaft ist eine gesellschaftsfähige Alternative gegenüber der kapitalistischen Warenproduktion im Bereich der Landwirtschaft. In dieser werden nicht nur grundlegende Katego-rien der Warenproduktion, sondern auch in sichtbaren Ansätzen ihre sozialen Gegensätze und strukturellen Zwänge (Profitorientierung und Kapitalakkumulation, Konzentration und Ausdehnung der Produktion, die Ausbeutung von Natur und Mensch, die Verschleierung der Produktionsabläufe sowie Herrschaftsbeziehungen in den Produktions- und Austauschverhältnissen) aufgehoben.

Zweitens, der uneingeschränkte Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln sowie darauf aufbauende Kooperationsverhältnisse zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen bilden grundlegende Voraussetzungen für Solidarische Landwirtschaften wie auch für Solidarische Ökonomien im Allgemeinen, um ihre Gestaltungs- und Entwicklungsspielräume zu erweitern und ihre Abhängigkeiten von den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen kapitalistischer Warenproduktion zu verringern.

Drittens, in der Alltagspraxis sind Solidarische Landwirtschaftsbetriebe mit Problemen und Hinder-nissen konfrontiert, die sich aus ihren realen Beziehungen mit der kapitalistischen Warenproduk-tion und der aktuellen Gleichzeitigkeit dieser grundsätzlich verschiedenen Produktionsweisen ergeben. Dass die Solidarische Landwirtschaft trotz Kooperationen und finanzieller Absicherungen nicht vollkommen unabhängig von den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen des Marktes produzieren kann und auch die beteiligten AkteurInnen in ihren alltägliche Lebensfüh-rungen und Subjektivierungsweisen von kapitalistischer Vergesellschaftung grundlegend geprägt sind, beeinflusst das Handeln und die sozialen Beziehungen der beteiligten AkteurInnen.

Ausgehend von diesen Hypothesen geht das Forschungsvorhaben folgenden, zentralen Fragen nach: Erstens, inwieweit bilden die theoretischen Grundannahmen der Solidarischen Landwirt-schaft eine Alternative zu den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion im Bereich der Landwirtschaft? Zweitens, welche Rolle spielen der uneingeschränkte Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln und die darauf aufbauenden Kooperationsverhältnisse zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen für die Weiterentwick-lung Solidarischer Landwirtschaften und Solidarischer Ökonomien und für die Verringerung ihrer Abhängigkeiten von den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion? Drittens, mit welchen Problemen und Hindernissen sind die lokalen AkteurInnen Solidarischer Landwirtschaften in ihrer Alltagspraxis konfrontiert und welche Strategien und Pro-zesse entwickeln sie, um diese zu überwinden? Inwiefern sind Konkurrenz-, Abhängigkeits- und Machtverhältnisse in der alltäglichen Praxis tatsächlich außer Kraft gesetzt und an welchen Stellen werden die Grenzen einer dezentralen, kooperativen, bedürfnisorientierten und selbstbestimmten Lebensmittelversorgung sichtbar? In welcher Art und Weise sind die beteiligten AkteurInnen in ihren Lebensführungen und Subjektivierungen von kapitalistischer Vergesellschaftung vorgeprägt und inwiefern beeinflusst das ihr Handeln und ihre sozialen Beziehungen? Und wie interpretieren die lokalen AkteurInnen ihr Handeln im Sinne eines politischen Projekts und einer Alternative zu dem gegenwärtigen Akkumultaionsregime und seiner sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen?

Forschungsstand, Wissenschaftliche Relevanz und Ziele der Arbeit

Das Projekt geht von aktuellen Arbeiten in der Tradition historisch-materialistischer Gesellschafts-analyse aus und macht sich deren Grundannahmen zum Verständnis kapitalistischer Warenpro-duktion zu eigen. Danach basiert kapitalistische Warenproduktion auf einer Zersplitterung und Atomisierung der gesellschaftlichen Produktions- und Austauschverhältnisse über Waren- und Geldbeziehungen (Kurz 2012; Postone 2003; Trenkle 1998; 1996; Mandel 1972; Marx 1971; 1968). In diesem Zusammenhang entstehen Konkurrenzverhältnisse unter WarenproduzentInnen und WarenbesitzerInnen um Absatzmärkte, Arbeitsplätze und Geld (Nachtwey & ten Brink 2004: 313; Mandel 1972: 149ff.; Marx 1968: 618; Engels 1962: 249ff.). Geld wird zum wichtigsten Mittel, sowohl für WarenproduzentInnen als auch für WarenbesitzerInnen und LohnarbeiterInnen, um in-nerhalb der Konkurrenzverhältnisse weiter zu bestehen. Eine Konkurrenz, die durch anwachsende Produktivkräfte potenziert wird, zum Beispiel, wenn die zunehmende Spezialisierung und Digitalisierung in der Industrie die Konkurrenz der LohnarbeiterInnen um verfügbare Arbeitsplätze verschärft. Oder, wenn technologische Revolutionen und zunehmende Spezialisierungen in der Produktion den Preis einer Ware senken und damit die Konkurrenz zwischen den ProduzentInnen um Absatzmärkte auf nationaler und internationaler Ebene anheizen (Mandel 1972; Marx 1968). Eine Konkurrenz, die ferner auf vielfältige Weise zum Ausdruck kommt: Profitorientierung und Kapitalakkumulation der WarenproduzentInnen, Konzentration und Ausdehnung der Produktion (Leibiger 2016: 30ff.; Mandel 1972: 149ff.; Marx 1968), Spezialisierung und Auslagerung von Produktionsabläufen, Ausbeutung von Ökosystemen und Externalisierung von sozial-ökologischen Kosten (Brand & Wissen 2017; Leibiger 2016: 59, 83ff.), Ausbeutung von Lohnarbeit und Ersatz von Arbeitskräften durch Maschinen (vgl. Lohoff 2013; Marx 1968), tendenzieller Fall der Profitrate und Überproduktionskrisen (Lohoff 2013; Lohoff & Trenkle 2012; Mandel 1972: 403ff.; Marx 1968), Konkurrenz zwischen LohnarbeiterInnen um Arbeitsplätze und deren Streben nach Geld als Mittel der Bedürfnisbefriedigung (Kurz 2012; Postone 2003), stumme Herrschaft der gesellschaftlichen Konkurrenzverhältnisse über die Individuen anstatt Herrschaft der Individuen über die gesellschaft-lichen Produktions- und Austauschverhältnisse (Trenkle 1996).

Solche der Warenproduktion immanenten Mechanismen und Zwänge sind auch im Bereich der Landwirtschaft zu beobachten (vgl. Proplanta 2014; BT 2012 IAASTD 2009). Eine Alternative dazu wird heute in der Solidarische Landwirtschaft gesehen. Solidarische Landwirtschaft – auch bekannt als „Community Supported Agriculture“ (CSA) – ist eine „gemeinschaftsgetragene Lebensmittel-produktion“, in der ProduzentInnen und KonsumentInnen Kooperationen eingehen und die Kosten der Produktion gemeinsam tragen, um sie jenseits der Marktkonkurrenz nachhaltig und dezentral für ein Wirtschaftsjahr zu planen (vgl. u.a. FS 2013; Kraiß 2012; Kraiß & V. Elsen 2012). In der Solidarischen Landwirtschaft werden die sozialen Gegensätze und strukturellen Zwänge der kapitalistischen Warenproduktion theoretisch aufgehoben: Die Mitglieder des Kollektivs haben Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion. Über Kooperationen, finanzielle Absicherung und soziale Bindungen mit den AbnehmerInnen hat der landwirtschaftliche Betrieb für ein Jahr Planungssicherheit. Damit befreit er sich weitgehend vom marktwirtschaftlichen Konkurrenz- und Wachstumsdruck und kann Methoden anwenden, die sich unter marktwirtschaftlichen Sachzwängen nicht gleichermaßen umsetzen lassen. Er kann mit verschiedenen Anbauformen experimentieren, eine größere Vielfalt an Produkten anbauen oder ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweisen anwenden (vgl. Kunzmann 2015: 7; SL 2018). Die ProduzentInnen produzieren nicht mehr für einen anonymen Markt, sondern unmittelbar für die Wirtschaftsgemeinschaft. Ihre Mitglieder sind nicht mehr von der Produktion ausgeschlossen, sondern Teil der Produktion. Sie beziehen ihre Nahrungsmittel in direkter Absprache mit dem Betrieb, anstatt über Waren- und Geldbeziehungen. Die Produktions- und Austauschverhältnisse werden dadurch transparent und von den Mitgliedern mitbestimmt. Es entsteht ein „weitgehend geschlossener und für die Mitglieder ökonomisch transparenter Wirtschaftskreislauf“ (Kunzmann 2015: 8), die Zukäufe von Saatgut oder Maschinen und die Herkunft der Mitgliederbeiträge einmal ausgenommen. Die dezentrale Produktion und Verteilung der Nahrungsmittel fördert nicht nur Transparenz, sondern auch kurze Transportwege, womit ein Beitrag zur Eindämmung der Umweltkrise geleistet wird.

Das Konzept einer gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft entwickelte sich zuerst in den USA (Exner 2013; Kraiß 2012). Von dort gelangte es Anfang der 1980er nach Deutschland, wo es sich in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen verbreitete (Kunzmann 2015: 10). In der noch recht jungen Praxis Solidarischer Landwirtschaften sind eine Reihe von Fragen, praktischen Pro-blemen und Hindernissen aufgetreten, die sich aus ihren realen Beziehungen mit den Strukturen der kapitalistischen Warenproduktion ergeben. Vereinzelte wissenschaftliche und journalistische Beiträge haben sich diesen Fragen angenähert. Sie sehen die Herausforderungen Solidarischer Landwirtschaften z.B. in dem begrenzten Zugang zu Land, Maschinen und Ressourcen (Exner 2013; Exner & Kratzwald 2012; Kunzmann 2015: 17; Cropp 2012; FS 2013: 12), durch welchen Abhängigkeits- und Herrschaftsverhältnisse bestehen bleiben. Sie behandeln die Fragen, ob der limitierte Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln über Kooperationen mit anderen Betrie-ben überwunden werden kann und welche Bedeutung in diesem Zusammenhang Kooperations-verhältnisse für die Resilienz der Initiativen haben (vgl. Kunzmann 2015: 17.f.; Exner 2013). Wei-tere Hürden dagegen werden in Gewohnheiten der Mitglieder und ihrer Verhaltens- und Konsum-muster gesehen, die von der Marktwirtschaft vorgeprägt sind. So nutzen Mitglieder Solidarischer Landwirtschaften aufgrund ihrer Einbindung in den Arbeitsmarkt nur vereinzelt die Möglichkeit, beim Anbau auf dem Hof mitzuwirken (Kunzmann 2015: 8f.), womit die Trennung zwischen Produ-zentInnen und KonsumentInnen praktisch fortgeschrieben wird. Konsumgewohnheiten, Preisvor-stellungen und Vorteile des Marktes, die von Mitgliedern als Konkurrenz zur Solidarischen Land-wirtschaft wahrgenommen werden, äußern sich in einer hohen Fluktuation und Abbrecherquote der Mitglieder (ebd.: 5f.; Maschkowski et al.). Ferner erfordert die gelebte Mitbestimmung der Mitglieder sehr viel Zeit, Transparenz und einen hohen Kommunikationsaufwand, wobei die Mitgestaltungswünsche der Mitglieder nicht immer umsetzbar sind (Kunzmann 2015: 6).

Als Forschungsobjekt vereint die Solidarische Landwirtschaft Elemente, die Gegenstand unter-schiedlicher theoretischer Debatten und wissenschaftlicher Forschungsfelder sind. Als Alternative zu Ressourcenverschwendung, globaler Produktions- und Transportketten usw. repräsentiert sie zentrale Aspekte der „Postwachstumsforschung“ (Burghart et al. 2017; Paech 2014; Schmelzer & Passadakis 2011). Innerhalb dieser sehr heterogenen Disziplin, die ein breites Spektrum an Diskursen und lokalen Projekten mit einschließt (vgl. z.B. Konzeptwerk Neue Ökonomie & DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften 2017), wird das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft insbesondere im Zusammenhang der „Solidarischen Ökonomie“ diskutiert (vgl. Embshoff et al. 2017; Voß & NETZ für Selbstverwaltung und Selbstorganisation 2015; kollektiv orangotango 2010).

Ebenfalls innerhalb der Postwachstumsforschung verortet ist der Diskurs über „Commons“ bzw. „Commoning“. In diesem werden Systeme, Institutionen und Praktiken des kollektiven Zugangs sowie des gemeinschaftlichen Umgangs mit wirtschaftlichen, geistigen und anderen Ressourcen untersucht (vgl. z.B. De Angelis 2017; Ruivenkamp & Hilton 2017; Dellenbaugh et al. 2015). Im Zuge dessen ist auch die Praxis der Solidarischen Landwirtschaft bereits in den Fokus der Commonsforschung gerückt und diskutiert worden (vgl. Exner & Kratzwald 2012; Helfrich 2015).

Die kollektive Vermittlung der Produktions- und Austauschverhältnisse über direkte Absprachen anstelle von Waren- und Geldbeziehungen, wie sie innerhalb der Solidarischen Landwirtschaft praktiziert wird, ist eine zentrale Schnittstelle verschiedener wissenschaftlicher Forschungsfelder. Hier treffen nicht nur Commonsforschung und „Wirtschaftsanthropologie“ (vgl. z.B. Rössler 2005; Acheson 1989) aufeinander, sondern auch politische Studien über „community developement“ (vgl. Kratzwald 2016) und „Recht auf Stadt“ (vgl. Exner et al. 2016; Borch & Kornberger 2015; Nicolaus 2014; Möller 2006), anarchistische Konzepte über „Selbstorganisation“ und „Selbstverwaltung“ (Debord 1996) sowie marxistische Ansätze zu „Warenkritik“, „Wertkritik“ und „Demonetarisierung“ (vgl. z.B. Exner 2014; 2006, Kurz 2012; Nelson 2011a; 2011b; Postone 2003; Trenkle 1996). Die Dissertation greift diese Begriffe auf und arbeitet ihre Bezugspunkte zur Solidarischen Landwirtschaft heraus. Ziel ist es, die Erkenntnisse der jeweiligen Disziplinen zu nutzen und im Rahmen der Untersuchung miteinander zu verbinden.

Die Dissertation unterscheidet sich von den meisten vorherigen Arbeiten über Solidarische Landwirtschaft dadurch, dass sie auf der Analyse der strukturellen Zusammenhänge, sozialen Gegensätze und Zwänge der Warenproduktion aufbaut.*1 Erst auf dieser Grundlage werden die Strukturen sichtbar, in denen sich die Handlungen der lokalen AkteurInnen einbetten und in deren Zusammenhang die Handlungen an Grenzen und Hindernisse stoßen (Exner 2013). In diesem Punkt unterscheidet sie sich auch von den meisten Beiträgen innerhalb der Debatten über Postwachstum, Solidarische Ökonomie und Commons, in denen die strukturellen Zusammen-hänge nicht oder nur unpräzise beschrieben werden (vgl. Leibiger 2016: 96ff.; Brand 2015: 16ff.; Brand 2014: 296ff.; Hauer 2016; Exner 2014).

Theoretischer Rahmen und methodische Umsetzung

Der theoretische Rahmen (40% der Arbeit) beinhaltet zunächst die Definition der grundlegenden Kategorien der Warenproduktion und ihrer Wirkungsweisen in der kapitalistischen Landwirtschaft. Erst vor diesem Hintergrund wird die Solidarische Landwirtschaft als Alternative zur konventionel-len, kapitalistisch geprägten Landwirtschaft sowie als Alternative zu Warenproduktion im Allgemei-nen sichtbar. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf die Ausführungen von Marx und Engels (1971) sowie darauf aufbauenden, aktuellen Werken der Kritischen Politischen Ökonomie (Krätke 2017; Kurz 2012) und der Werttheorie (Nelson 2011a; 2011b; Postone 2003). Zudem werden die Begriffe Postwachstum, Solidarische Ökonomie, Commons und Demonetarisierung eingeführt, in denen sich das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft einbettet. Dabei soll das Verhältnis der Konzepte zu Waren- und Geldkritik angerissen und ihr Potential, die sozialen Gegensätze und strukturellen Zwänge der marktbasierten Konkurrenzmechanismen zu kritisieren, hinterfragt werden. Das Studium der Konzepte erfolgt auf der Grundlage der erwähnten Fachliteratur.

Neben der theoretischen Analyse verfolgt das Forschungsvorhaben einen ethnografischen Ansatz, um mittels ethnologischer Feldforschung die alltagspraktischen Umsetzungen der Solidarischen Landwirtschaft als politisches Projekt und die subjektiven Dimensionen der lokalen AkteurInnen untersuchen zu können (60% der Arbeit). Zentrale Erhebungsmethoden sind die teilnehmende Beobachtung (Hauser-Schäublin 2008) und das qualitative, leitfadenorientierte Interview (Spradley 1979). Diese Methoden ermöglichen es, Daten zur alltagsweltlichen Praxis Solidarischer Landwirt-schaft sowie zu den subjektiven Dimensionen der AkteurInnen zu erheben. Sie ermöglichen, ihre Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, ihre politischen Einstellungen und ethischen Vorstellungen, kurz ihren „Alltagsverstand“ (Gramsci 2012: 1375ff.), zu erforschen, der sich in die Strukturen der „Imperialen Lebensweise“ (Brand & Wissen 2017: 43ff.) einbettet.

Die ethnografische Datenerhebung soll exemplarisch in dem Projekt Kooperative GartenCoop Freiburg durchgeführt werden. Die Freiburger GartenCoop eignet sich erstens als Forschungsfeld, weil sie von KonsumentInnen initiiert wurde, die ihre Solidarische Landwirtschaft als politisches Projekt mit dem Anspruch definieren, Konkurrenzverhältnissen und Verwertungslogiken des Marktes zu entkommen (A-Team 2015). Im Unterschied zu Solidarischen Landwirtschaften, die von ProduzentInnen initiiert wurden und in erster Linie eine Absatzsicherung durch KundInnenbindung, mehr Risikostreuung und Vorfinanzierung oder ein Marketingkonzept verfolgen (Exner 2013; FS 2014; 6, 9f.), geht die Motivation der KonsumentInnen in solchen wie der GartenCoop mit einem ausformulierten politischen Anliegen einher. Dieses beinhaltet einen stärkeren Bezug der Mitglieder zur landwirtschaftlichen Produktion, mehr Solidarität und Kooperation unter den Mitgliedern, mehr Mitsprache in der Produktion und damit einhergehend eine größere Aufhebung der Trennung zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen (Exner 2013). Die GartenCoop wurde Anfang 2011 gegründet. Die Beteiligten verfügen über eine langjährige Erfahrung, die durch die ethnografische Datenerhebung erfasst werden kann. Zweitens begründet sich die Auswahl damit, dass bereits erste Forschungen zur Freiburger GartenCoop vorliegen (Neumüller 2013; Mikoleit 2012), auf denen die vorliegende Untersuchung aufbauen kann.

Die empirische Datenerhebung soll über vier längere Forschungsaufenthalte von jeweils fünf bis sechs Wochen und verteilt auf die vier Jahreszeiten erfolgen, um das Projekt in allen Phasen der landwirtschaftlichen Arbeit zu untersuchen. Bei diesen Aufenthalten sollen vier zentrale Arbeits- und Tätigkeitsbereiche der GartenCoop untersucht werden: die Arbeit des Vereins, die Arbeit auf dem Hof, die Verteilung der Produkte in den Depots und die Mitgliederversammlungen. Die Untersuchung soll einerseits über teilnehmende Beobachtung und Mitarbeit in dem Projekt sowie andererseits über qualitative, leitfadenorientierte Interviews mit AkteurInnen aus diesen Tätigkeitsbereichen erfolgen, um die alltagspraktische Umsetzung erheben zu können. Aus jedem dieser Bereiche sollen rund sieben Personen befragt werden (max. 30 Interviews insgesamt), um neben weiteren Informationen zur Funktionsweise des Projekts auch die subjektiven Dimensionen zu erfassen.

Gesellschaftspolitische Bedeutung und Ziele der Arbeit

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beherrschen wirtschaftliche, ökologische und politische „Vielfach-krisen“ (Brand &Wissen 2017: 25) weite Teile der Gesellschaft: Überproduktions- und Finanz-krisen, globale Zerstörung von Ökosystemen, Ressourcenverschwendung und Klimaerwärmung sowie Macht- und Perspektivlosigkeit gegenüber den neoliberalen Wachstumsparadigmen usw.. Vor diesem Hintergrund gewinnen „Perspektiven der Transformation im Kapitalismus“ (Brie 2014) und lokale transformatorische Projekte, die als Alternativen zu dem gegenwärtigen Konkurrenz- und Wachstumsregime im Sinne von „Realen Utopien“ (Wright 2017; Brie 2015) gehandelt werden, zunehmend an Bedeutung.

Die Solidarische Landwirtschaft ist Teil dieser Bewegung. Die Zahl bestehender Projekte ist seit der Gründung der ersten Solidarischen Landwirtschaft im Jahr 1980 exponentiell gestiegen. Gab es im Jahr 2003 nur zwei weitere Höfe, so waren es 2009 bereits neun und 2011 insgesamt 19. Seitdem wächst die Zahl der Projekte rasant. 2015 waren es 80 Höfe und ca. 100 weitere, die sich in der Gründungsphase befanden (vgl. Kunzmann 2015: 11). Bis 2018 stiegen die Zahlen auf 173 bestehende Projekte sowie auf 114 Initiativen in der Gründungsphase (SL 2018). Zwar bilden diese im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft in Deutschland bisher eine Nische (vgl. Bietau et al. 2013). Doch die Zahlen steigen weiter und das Potential der solidarischen, ökologisch nachhaltigen Produktions- und Verteilungsstrukturen weckt ein hohes Maß an gesellschaftlicher Aufmerksamkeit (DVS 2017: 2; Kunzmann 2015: 18; FS 2013: 12).

Das Forschungsvorhaben setzt sich zum Ziel, einen empirisch begründeten Beitrag  zur aktuellen gesellschaftlichen und auch bewegungsinternen Debatte zu leisten. Es will die Erfahrungen eines der bekanntesten Solidarischen Landwirtschaften Deutschlands dokumentieren und so widerspiegeln, dass sie zur Weiterentwicklung der Bewegung beitragen. Darauf aufbauend will es die Stärken und Schwächen, das transformatorische Potential und die Grenzen der Solidarischen Landwirtschaft als Alternative zu den sozialen Gegensätzen und den strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion herausarbeiten und kritisch bilanzieren.

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SL, Solidarische Landwirtschaft (2018): „Was ist Solidarische Landwirtschaft“, in: Solidarische Landwirtschaft, 2018. URL: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/das-konzept/ (Zugriff am 02.03.2018).

Spradley, J. P. (1979): The ethnographic interview, New York: Holt, Rinehart & Winston.

Trenkle, Norbert (1998): „Was ist der Wert? Was soll die Krise? Überarbeitung eines Referates, gehalten am 24. Juni 1998 an der Universität Wien“, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, 27.12.1998.

ders. (1996): „Weltgesellschaft ohne Geld. Überlegungen zu einer Perspektive jenseits der Warenform“, in: Krisis – Kritik der Warengesellschaft, Heft 18, S. 67-92.

Voß, Elisabeth / NETZ für Selbstverwaltung und Selbstorganisation e.V. (2015): Wegweiser Solidarische Ökonomie. ¡Anderes Wirtschaften ist möglich!, Neu-Ulm: AG SPAK Bücher.

Wild, Stephanie (2012): Sich die Ernte teilen. Einführung in die Solidarische Landwirtschaft, Hildesheim: printsystem Medienverlag.

Wright, Erik Olin (2017): Reale Utopien. Wege aus dem Kapitalismus, Berlin: Suhrkamp.

 


(*1) Nennenswerte Ausnahmen bilden die Arbeiten von Kunzmann (2015), Exner (2013) sowie Exner und Kratzwald (2012), die die Solidarische Landwirtschaft und Solidarische Ökonomien vor dem Hintergrund der Strukturen und Zwänge der kapitalistischen Warenproduktion diskutieren und bilanzieren.