Solidarische Landwirtschaft als Alternative zu kapitalistischer Warenproduktion?

Eine Untersuchung am Beispiel der ‚Kooperative GartenCoop Freiburg‘ im Kontext von Postwachstum, Solidarischer Ökonomie, Commons und Demonetarisierung.

Stand: 22.06.2018

 

Zusammenfassung

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Theorie und Praxis der Solidarischen Landwirtschaft sowie damit verbundene aktuelle Debatten über Postwachstum, Solidarische Ökonomie, Commons und Demonetarisierung. Im Zuge sich zuspitzender sozial-ökologischer und wirtschaftlicher Krisen erfahren diese als gesellschaftliche Utopien wachsende Aufmerksamkeit. Die Forschungsarbeit setzt sich einerseits mit der Frage auseinander, welches Potential Solidarische Landwirtschaften und Solidarische Ökonomien als Alternativen zu dem gegenwärtigen kapitalistischen Akkumulationsregime besitzen. Auf der anderen Seite fragt sie nach den subjektiven Erfahrungen und Problemen in der alltagspraktischen Umsetzung am Beispiel der Kooperative GartenCoop Freiburg.

Ziel der ethnografischen Forschung ist es, die Erfahrungen, Probleme und Strategien der Konfliktbewältigung auf der lokalen Ebene sichtbar und für andere Projekte nutzbar zu machen. Darauf aufbauend sollen die transformatorischen Potentiale und Perspektiven der Solidarischen Landwirtschaft als Alternative zu den sozialen Gegensätzen und strukturellen Zwängen der kapitalistischen Warenproduktion aufgezeigt und kritisch bilanziert werden.

Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine theoretische Auseinandersetzung mit den grundlegenden Kategorien Ware, Geld und Wert in der Tradition der Werttheorie und der historisch-materialistischen Gesellschaftsanalyse. Vor diesem Hintergrund werden die Strukturen sichtbar, in denen sich die Handlungen der lokalen Akteurinnen und Akteure einbetten. Die alltagspraktischen Erfahrungen in der GartenCoop Freiburg werden über eine ethnografische Datenerhebung erforscht. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Mit welchen Problemen sind die Menschen in der Solidarischen Landwirtschaft in ihrer Alltagspraxis konfrontiert? Welche Strategien entwickeln sie, um diese zu überwinden? In welcher Art und Weise sind die beteiligten Akteurinnen und Akteure in ihren Lebensführungen und Subjektivierungen von kapitalistischer Vergesellschaftung vorgeprägt und inwiefern beeinflusst das ihr Handeln und ihre sozialen Beziehungen in der Solidarischen Landwirtschaft? Auf der Grundlage der ethnografischen Untersuchung werden anschließend weitergehende Fragen diskutiert: Inwieweit sind die Kategorien der Warenproduktion inklusive ihrer sozialen Gegensätze und strukturellen Zwänge in der Alltagspraxis der lokalen Akteurinnen und Akteure aufgehoben? Und welche Rolle spielen dabei Kooperationsverhältnisse zwischen Produzierenden und Konsumierenden sowie ihr uneingeschränkter Zugang zu Produktionsmitteln und Produkten, um sich von Wachstumszwängen und Marktabhängigkeiten zu emanzipieren?

 

Eine ausführliche Forschungsskizze gibt es hier oder als PDF.

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